Die Entwicklung des Fahrrads beginnt mit der Erfindung der Draisine. Das war im Jahr 1817. Seit damals hat sich der Drahtesel ständig weiterentwickelt.

Von der Draisine zum Hochrad

Der Forstbeamte Karl von Drais kam im Jahr 1817 auf die Idee, die bereits bekannten Laufräder mit einer Lenkung zu versehen. Er entwickelte ein einspuriges Fahrzeug, bei dem der Fahrer auf einem Sitz Platz nimmt und sich mit den Füßen vom Boden abstößt. Die Draisine war damals manchen anderen Fortbewegungsmitteln bereits deutlich überlegen. Auf diesem Laufrad legte der Erfinder eine Strecke von fünfzig Kilometern zurück.

1861 fügte der Franzose Pierre Michaux, seines Zeichens Wagenbauer, diesem Laufrad einen Tretkurbelantrieb hinzu. Dieses Tretkurbelveloziped hatte ein deutlich größeres Vorderrad und einen Rahmen aus Metall. Durch den Antrieb konnte der Fahrer höhere Geschwindigkeiten erzielen. Später wurde dieses Gefährt mit Gummireifen versehen und Hochrad genannt.

Das Sicherheitsrad

Hochräder waren relativ unbequem und führten oft zu dramatischen Stürzen. Aus diesem Grund entwickelte der Engländer John Kemp Starley das sogenannte Sicherheitsrad. Dieses verfügte über einen Kettenantrieb auf dem hinteren Rad, und die Größe des Vorderrads wurde an das Hinterrad angepasst. Schließlich wurde auch der Gummireifen mithilfe des Luftreifens, dessen endgültige Entwicklung auf John Dunlop zurückgeht, ersetzt. Durch den Luftreifen wurde der Lauf des Fahrrads wesentlich verbessert.

1903 versah die Firma Fichtel & Sachs das Fahrrad mit einer Rücktrittsbremse. Im Jahr 1905 wurde die Kettenschaltung mit Umwerfer ins Leben gerufen. Dadurch wurde es möglich, das Fahrrad in verschiedene Gänge zu schalten. 1933 wurde diese Gangschaltung perfektioniert. Verantwortlich dafür war der Radsportler Tullio Campagnolo aus Italien.

Das Fahrrad wird vielfältig

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts hatte sich das Fahrrad als beliebtes Fortbewegungsmittel durchgesetzt. Die Fahrräder wurden aus Leichtmetallrahmen hergestellt, die Gangschaltungen mit vielen Gängen versehen und 1981 wurde in den USA das Mountainbike geboren. Damit setzte sich das Fahrrad langsam auch als Sportgerät durch.

Bis zum Zweiten Weltkrieg gehörte das Fahrrad zum Alltag. Erst nach dem Krieg setzte der Autoboom ein und das Automobil verdrängte das Fahrrad von den Straßen. Heute wird das Fahrrad wieder modern. Der Grund dafür ist in erster Linie seine Umweltfreundlichkeit. Ein Fahrrad erzeugt weder Abgase noch Lärm und ist außerdem gesund, da es für reichlich Bewegung an der frischen Luft sorgt. In Deutschland besitzt rund zwei Drittel der Bevölkerung ein eigenes Fahrrad.

Heute wird das Fahrradfahren durch Elektroantriebe erleichtert. Die sogenannten E-Bikes erobern langsam die Straßen.

Manche Städte beziehen das Fahrrad heute sogar in die moderne Stadtplanung ein. Da das Fahrrad als urbanes Fortbewegungsmittel wesentlich effizienter ist als ein Pkw und immer mehr Menschen das Fahrradfahren wieder entdecken, werden immer mehr Fahrradwege im städtischen Bereich angelegt. Das entlastet vor allem die Umwelt. Dies ist in unserer Zeit des Klimawandels ein angesagtes Thema.

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